happy3D – 3D-Daten ausschließlich für Ersatzteile

Der französische Konzern Boulanger für Elektronik- und Haushaltsgeräte hat den Trend des 3D-Drucks von Ersatzteilen erkannt – und betrachtet Privatanwender, die sich Ersatzteile für Boulanger-Geräte am heimischen 3D-Drucker ausdrucken, nicht etwa als Konkurrenz, sondern unterstützt sie sogar dabei mit einer eigenen Plattform!

Wir haben uns mit François Longin, dem Betreiber von happy3D, unterhalten und möchten euch diese großartige Plattform hier einmal vorstellen.

Mit happy3D rief François mit der Unterstützung von Boulanger eine Plattform ins Leben, die ausschließlich 3D-Daten von Ersatzteilen zur Verfügung stellt.
Die 3D-Daten kommen dabei aus mehreren Quellen: Zum größten Teil werden die 3D-Daten von einer immer größer werdenden Community findiger 3D-KonstrukteurInnen per cc-Lizenzen zur Verfügung gestellt. Gelegentlich führen aber auch Verhandlungen mit den chinesischen Originalherstellern zum Erfolg, die dann die original (!) 3D-Daten beisteuern. Und zu guter Letzt bezieht happy3D sinnvoller Weise auch bereits existierende 3D-Daten von Drittanbieter-Plattformen, wie thingiverse oder myminifactory mit ein.

So kann man sich, wie bei anderen 3D-Plattformen auch, die Daten als STL-Datei zum selbst ausdrucken herunterladen. Wenn man jedoch keinen direkten Zugang zu einem 3D-Drucker hat, kann man auch einfach auf die Schaltfläche „Meinen 3D-Druck bestellen bei…“ klicken. Darüber gelangt man zu einer weiteren vitalen Community namens Freelabster, einer Gemeinschaft aus 3D-Druck-Dienstleistern. So kann man für das jeweils zu druckende Teil einen Dienstleister mit dem passenden 3D-Drucker in der eigenen Region auswählen.

Was uns nachhaltig verblüfft hat: François druckt jedes (!) Teil, das auf happy3D angeboten wird, einmal selbst aus, um die Druckbarkeit der 3D-Daten zu gewährleisten! Dies ist eine Qualitätssicherungsstufe, die einen großen Unterschied machen kann.
Darüber hinaus ist die happy3D-Datenbank viel größer, als es auf den ersten Blick scheint. Denn es werden nur Teile der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die als einfach einzubauen und ungefährlich eingestuft werden. So sollen sie künftig Einzug in die öffentliche Datenbank erhalten, wenn beispielsweise sintern eine Technologie geworden ist, die auch dem Privatanwender leichter zugänglich ist.

Es lohnt sich also immer mal wieder bei happy3D vorbei zu schauen! Wir sind jedenfalls begeistert vom neuen Stern am 3D-Reparatur-Himmel.

Kommentare (3)

  1. Wehning, Martin

    Tolle Idee, vor allem für die Vernetzung von 3D-Druck und Repair Cafes/ Makern.
    Da sehe ich ganz viel Potenzial zur Ressourcenschonung!

  2. Magnus P.

    Ein sehr interessantes Konzept! Ich denke, dass es vor allem bei Privatpersonen sehr nützlich sein kann. Überhaupt ist der Hype um das 3D Drucken in den letzten Monaten/Jahren sehr stark angestiegen. Mit ein paar Kenntnisse im CAD lassen sich schon ein paar witzige Sachen drucken. Ein sehr guter Freund von mir, hat sich einen 3D-Drucker gekauft und druckt nun ein paar nützliche und funktionale Teile. Von Handy-Halterung bis hin zu kleinen Blumentöpfen ist alles dabei. Es ist schon sehr interessant!

    Viele unterschätzen die Wichtigkeit und die Bedeutung von Ersatzteilen. Es sind nicht nur kleine Teile, die man im nächsten Baumarkt bekommt. Je nach Anlage, Maschine, Alter der Anlage und Maschine können Ersatzteile sehr wichtig werden. Stellen sie sich vor, sie brauchen ein Ersatzteil für eine Maschine, die jedoch nicht mehr serienmäßig produziert wird? Aber sie brauchen das Ersatzteil so dringend, dass ohne die Maschine nicht laufen würde. Dann erkennt man die Wichtigkeit von Ersatzteilen. Bei dem eben beschriebenen Problem gibt es aber diverse Möglichkeiten. So bietet bspw. https://www.wjw.de/ selektives Laserschmelzen an. Dieser Prozess ermöglicht es, Ersatzteile für stillgelegte Serien nachzubauen. Das kann in einigen Situationen sehr wichtig sein! Denn Ausfallzeiten sind besonders in der Industrie mit hohen Kosten verbunden. Im Grunde genommen will man nicht, dass nicht produziert werden kann, weil eine Maschine ausfällt. Fällt eine Maschine aus, bekommen andere Maschinen eventuell keine Arbeit. Was dann passiert, kann sich ja jeder vorstellen…

    Aber dennoch vielen Dank für das Präsentieren des interessanten Konzepts!

  3. Happy3D hört sich nach einer wirklich coolen Plattform an! Danke für die Vorstellung, diese Plattform werde ich mir nun einmal genauer anschauen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Joel von 3D Drucker kaufen.info

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