Konsum zur Weihnachtszeit

abend_01Wir, SDC NRWler (Gode, Lenka, Steffi) und Neulinge (Olga, Eva), trafen uns am 9.12. zu fünft in Düsseldorf im sattgrün. Und da fing der Konsum schon an … Als letzter Stammtisch im Jahr 2013 haben wir uns für ein Weihnachtsessen in einem veganen Restaurant verabredet. Wir fanden ein wunderbares Buffet vor, so dass auch die letzten Vorurteile von veganen Essen ganz und gar verstrichen. Hätten wir es nicht gewusst hätten wir auf vegetarisch getippt. Das moderne Ambiente hat uns dann endgültig überzeugt.

Passend zur Saison – kurz vor Weihnachten – und entsprechendem Stammtischthema haben wir uns über die Schwierigkeiten des Schenkens unterhalten. Oft fällt das Schenken und selbst nicht beschenkt werden leichter, als beschenkt zu werden und nicht zurück zu schenken. Denn man ist angreifbar, man kommt in Zugzwang. Wenn man etwas bekommt, möchte mach auch etwas zurückgeben. Also, braucht man für jede Person unbedingt ein Geschenk von dem man vermutet oder weiß ein Geschenk zu bekommen – so gerät man in kein Fettnäpfchen. – Naja doch, wenn es eben nicht das Richtige ist, ups! Aber alles ist besser als kein Geschenk zurück geben zu können! Hm, und so kommt man in eine Konsumschleife und einen Konsumzwang, den WIR nicht wollen. Doch wie geht es anders?

WIR haben nach Alternativen des Schenkens, andere Geschenk-Objekte und -Symbolen gesucht, um eben diesen Konsumzwang zu Weihnachten zu vermeiden. Mit nachfolgenden Erinnerungsschnipseln unseres durchaus angeregten Gespräches teilen wir Möglichkeiten über die Qualität des Geschenkes und das Schenken als Geste:

„Es macht Spaß zu schenken und mehr als selbst Geschenke zu erhalten. Man macht sich viele Gedanken über die zu beschenkende Person und lernt sie dabei noch mal mehr kennen. Wenn das Geschenk falsch ist, tut es weh, und das Zurückgeben von Geschenken ist auch nicht so eine feine Art. Auch den Kassenzettel mit zum Geschenk legen, so dass es zurück gegeben werden kann macht das Geschenk nicht wirklich wertiger. Es hilft wenn man vorab vielleicht einen kleinen Rahmen steckt, gemeinsam Ideen sammelt und durch die Aufmerksamkeit und (geheime) Abstimmung dann genau den richtigen Treffer erzielen kann und das Geschenk so trotzdem eine Überraschung wird.“

„Oder man sucht das Geschenk zusammen aus und verbindet es mit einem schönen (Einkaufs-)bummel, auch um die Zeit gemeinsam zu genießen und Fehlkäufe und falsche Geschenke zu vermeiden – so ist das Geld richtig investiert und die Geste kommt genau richtig an.“

„Wenn man sich gut kennt dann ist es einfach und bereitet Freude, doch wenn jemanden nichts einfällt – vielleicht weil man die Person nicht gut genug kennt, zum Beispiel für den Vater von dem neuen Freund  – dann wird es schwierig das Richtige zu finden. Wichteln zum Beispiel mit dem Thema: Bring’ etwas mit von dir gemacht, eine nette Geschichte für unseren gemeinsamen Abend birgt Überraschungen die den Abend versüßen können. Vielleicht ist es ein Lied, das man vorspielt, ein besonderer Wein oder etwa ein selbst gemachtes Accessoire für den Tannenbaum oder etwas für die Tischdeko. So entstehen (auch temporäre) Geschenke und Momente einer ganz anderen Art und man kommt aus dem üblichen Geschenktrott heraus. – Wichtig! Ein neues Geschenkesystem sollte rechtzeitig eingeläutete werden, bevor vielleicht doch an andere Geschenke gedacht wird und besorgt, oder sogar mit Liebe selbst angefertigt wurden.“

„Wie schon angedeutet ist das Schenken eng verbunden mit Regeln oder gesellschaftlichen Empfindlichkeiten, die gar nicht so einfach aus den Köpfen zu bekommen sind.  Muss das Geschenk gleichwertig sein zu dem was man bekommt? Nein eigentlich nicht! Denn schenken ist doch eine Geste die ohne Bedingung gelten sollte und doch kann es hier und da in bestimmten Beziehungsverhältnissen zu Missverständnissen leiten. So kann es vorkommen, dass der Opa vorsichtshalber allen Enkeln immer die gleiche Geschenksumme zur Verfügung stellt und wenn das Geschenk günstiger ist die Restsumme ausbezahlt wird, um Quengeleien zu vermeiden – man liebt ja alle genau gleich. Doch ist dann der Geldwert höher bewertet als die Geste. Beide Seiten sollten Wissen ein Materialwert kann die Liebe nicht ersetzen.“

„Um Produkte und das Materielle an sich zu vermeiden kann man auch Zeit verschenken – Unternehmungen: wie Konzertbesuch, Hilfe den Kleiderschrank auszumisten, für jemanden kochen –, doch kommt man vielleicht in Zeitnot, je nach dem wie viele Personen man zu beschenken hat, hm – beschenken möchte! Man kann auch einen guten Zweck verschenken oder für jemanden spenden: 1qm Regenwald. Oder eine Ziege für eine Familie in Afrika, um Existenzen zu sichern.”

„Aber wenn es doch etwas Materielles sein soll, kann man auch die lokale/regionale Wirtschaft stärken, in dem man von Produzenten aus der Nähe kauft. Und dabei gibt man besonders acht auf ökofaire Siegel, so dass man den Personen die es herstellen vom Anbau bis zur Fertigung nicht schadet und unsere Umwelt entsprechend geachtet wird. So kann man auch mal Produkte verschenken, die niemanden zu schaden kommen und beim beschenkten (hoffentlich) dann auch den Geschmack treffen.“

Jetzt mal ganz konkret – unsere Vorschläge:

  • Zeit statt Zeug, eine Plattform für Zeitgeschenke
  • In Düsseldorf Flingern shoppen gehen. Hier waren wir essen, und es gibt auch wunderbare kleine, regionale Geschäfte. So ein Viertel gibt es bestimmt auch in deiner Stadt (poste das Viertel gerne hier als Kommentar ;)!
  • Lilli Green, online Shop für gut ausgesuchte ökologische Produkte
  • Oxfam Unverpackt, z.B. eine Ziege verschenken
  • Für Firmen oder Freiberufler statt der jährlichen Hochglanz Weihnachtskarte an Kunden und Kollegen: Eine „Unternehmensspende “ z.B. an Ärzte ohne Grenzen. Auch kleine, individuelle Beträge sind möglich!

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